SANDRINE & STEPHAN | WINTERHOCHZEIT IN HINTERZARTEN

Es war ein besonderer Morgen, an diesem noch so jungen Februar-Tag.

Nebelfetzen umwaberten die Brücke vor mir. Dazwischen konnte ich das helle Blau des Himmels erspähen. Es war ein wildes Spiel, das mir die Natur da präsentierte. Und es war Schnee gefallen in der Nacht zuvor. Viel davon, viel frischer Schnee. Er bedeckte die Landschaft und funkelte, wie kleine Glas-Splitter in der Sonne. Der Schnee um mich herum liess die Farben verschwinden, alles konzentrierte sich aufs Wesentliche. Es war kalt, doch ich spürte es nicht. Es war hell, doch ich war nicht geblendet. Es wartete eine große Aufgabe auf mich, doch ich war vollkommen ruhig.

Es war ein besonderer Morgen.

Der Pianist liess sein Spiel verklingen als Stephan seine Gäste begrüßte: Alle waren sie gekommen. Und sie waren so schick, so wunderbar fein gekleidet, alle wussten sich so elegant zu verhalten. Und alle fanden sich ein, draussen unter dem Pavillion wo die Trauung stattfinden sollte. Eingehüllt in Decken, beschienen von der Sonne, eng aneinander gekuschelt saßen sie da. Das Knistern in der Atmosphäre war spürbar und erfasste auch mich. Sandrines und Stephans Hände berührten sich nun zum ersten Mal an diesem kalten Wintertag. In dem Moment spürte ich: Da ist etwas. Etwas Besonderes. Etwas, das allen rationalen Dingen dieser Erde überlegen ist. Etwas das kein Naturgesetz beschreiben kann. Etwas das alles Andere überragt.

Es war eine besonderer Tag.

Die Anspannung löste sich, die Sonne war untergegangen, doch die Atmosphäre blieb. Sie zeigte sich nochmals in all ihrer Schönheit an diesem so prachtvollen Abend: In dem Saal, gefüllt mit Wohligkeit und Licht. Eingehüllt in Wärme und Geborgenheit. Ich blickte in all die Gesichter die mir deutlich zu verstehen gaben: ich bin nicht der Einzige.

Es war spät geworden, als ich meine Tasche nahm und ging. Ich sah mich ein letztes Mal um und spürte:

Es war Liebe, die diesen Tag so besonders machte.